
Grus_Gruss_Gruß..-Familien finden wir in
=> in allen Gesellschafts- und Berufsschichten
=> in Mittel-, West-, Nord- und Osteuropa über 800 Jahre hinweg
… in allen Gesellschafts- und Berufsschichten im hohen und späten Mittelalter
Adlige und Lehensleute des Adels und der Geistlichkeit
1066 Grus, Giselbert Domher und Archdiaconus von Lisieux
1396 Grus, Hermann Fulda, Lehnsmann des Kloster Fulda
1498 Grus, Alexander Haldenwang, Lehnsmann v. Kloster Ottobeuren
1499 Grus, Symon Basel, Rektor der Universität
1590 Grus, Francois Ploermel/Bretagne, königlicher Notar
Händler, Zunftmeister, Bürger
1298 Gruss, Volzo (Volpert) Zunftmeister und Steinmetz zu Speyer
1471 Gruss, Hanns Forstmeister zu (Ober)Kochen
1519 Gruß, Hans Händler aus Nürnberg (*geb. ca. 1480)
1559 Gruß, ? Wirt zu Eguisheim
1609 Gruss, Andreas Büttel und Stadtknecht zu Ulm/Donau
1654 Gruß, Johann-Wilhelm Grünhain, Spitzenhändler
Handwerker und Bergleute
1563 Grus, Nicolaus Kappel, Bergmann
1565 Gruss, Christoff Wagner in Wangen/Allgäu
1600 Gruß, Leibrand Ballendorf, Schmied
1605 Gruß. Johann Grünhain, Hochofenmeister
Winzer und Bauern
1495 Gruss, Hans Mittelbergheim/Elsass, Winzer
1618 Gruß, Mathei Stubersheim, Bauer
in Mittel-, West-, Nord- und Osteuropa über 800 Jahre hinweg
Es gab zu der Zeit unter den Grus_Gruss_Gruß …Sippen neben Bürgern und Bauern auch Händler, berufliche Wanderschaft (Kathedralenbauer, Bergleute), Dombaumeister und deren Gesellen, Geistliche, Minenarbeiter, Söldner und fahrende Musikanten, aber auch Verarmte, die durch die Fehden des Adels, dank Hunger- und Naturkatastrophen (z.B. 1480 – das 2. Magdalenenhochwasser um Aare und Rhein, die große Pest-Pandemie und Vertreibung aufgrund der Hussittenkriege den Halt in der Gesellschaft verloren. Von Süddeutschland in den Norden zogen Handwerker und Händler den Rhein entlang, über die Salzstraßen von z.B. Lübeck quer durch Deutschland bis nach Prag in Böhmen oder als als Neusiedler bis ins Baltikum. All diese sorgten für die Verbreitung des Namens in halb Europa.
Im 16. Jahrhundert, als die Nationalstaaten immer größere Bedeutung erhielten und die Feudalherren Grenzen missachteten, gab es immer wieder Eroberungskriege und Fehden, unter deren Folgen die Menschen litten und oft gezwungen waren, zu fliehen oder auszuwandern.
Die frühen bekannten Wanderungen von „Grus, Gruss und Gruß“-Familien
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Adelmannsfelden liegt im Bühlertal in den schwäbisch- frankischen Waldbergen unweit Ellwangen. Von hier zog ein Johann (Hannß) Gruß, geboren um 1560, nach Colmar im Elsass und gründete dort
eine Familie. Aus Orten in der Nähe kommen die ältesten, im Württembergischen Landesarchiv beurkundeten Nennungen des Namens Gruss/Gruß: Hanns Gruß in Neunheim bei Ellwangen (1459) und Hanns Gruß zu Kochen (Oberkochen) (1471) in der Herrschaft Ellwangen. Es ist möglich, dass der Adelmannsfelder „Gruß“ mit diesen beiden Nennungen in Verbindung gebracht werden kann.Im Jahre 1397 verlobte sich Graf Eberhard IV. von Württemberg mit Henriette von Montfaucon, die er im Jahre 1407 ehelichte. Henriette war die Erbin des Grafen von Montbéliard. Von diesem Zeitpunkt an gehörte Riquewihr und einige Nachbarorte neben der Grafschaft Württemberg- Mömpelgard zu den linksrheinischen Besitzungen des Hauses Württemberg. Diese Herrschaft liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zu Colmar, die ehemalige Reichsstadt, Handelsort und sicherer Hort vor kriegerischen Überfällen. Möglicher Weise erfolgte der Umzug aus geschäftlichen oder herrschaftlichen Gründen.
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Unweit von Colmar liegt der Weinort Eguisheim. Gemäß einem Interview des Familienforschers Walther Gruhs mit Josef Gruss in Eguisheim am 27.09.1977 stammen die Vorfahren der Winzerdynastie aus Baden-Württemberg. Herkunft unbekannt.
3. Da in der Genealogie unter Polen die im 17. Jahrhundert unter verschiedenen Herrschaften stehenden Regionen wie Ostpreußen, das Baltikum oder Pommern gemeint sein können, ist die Herkunft des Michael Gruss unklar.
• Michael Gruß (geb. 1621) zog von „Polen“ nach Metzwiller im Elsass und begründete dort eine Großlinie die sich auch in umliegende Städte und Orte verzweigt hat.
Vertreibung, Ausweisung, Flucht: Die Auswirkungen des Augsburger Religionsfriedens und des 30-jährigen Krieges in Europa
Ein Ahnenforscher mit Namen Gruß stellte fest, dass die Konfessionszugehörigkeit mit der Landeszugehörigkeit konform geht und auch einige Wanderbewegungen entsprechend nachvollziehbar sind. In Deutschland bestimmte der jeweilige Fürst bzw. in den Reichsstädten der Magistrat die Konfession des Landes, in den Schweizer Kantonen die jeweiligen Regierungen. Als Augsburger Religionsfrieden wird ein Reichsgesetz des Heiligen Römischen Reichs bezeichnet, das den Anhängern eines grundlegenden Bekenntnisses der lutherischen Reichsstände dauerhaft ihre Besitzstände und freie Religionsausübung zugestand.
Das Gesetz wurde am 25. September 1555 auf dem Reichstag zu Augsburg zwischen Ferdinand I., der seinen Bruder Kaiser Karl V. vertrat, und den Reichsständen geschlossen. Nach langwierigen Verhandlungen einigte man sich auf die Formel „Wes das Reich, des der Glaube“. Dies ermächtigte den jeweiligen Landesherrn dazu, die Religion seiner Untertanen zu bestimmen; letzteren hingegen wurde das Recht eingeräumt, ihr Land zu verlassen.
Da das deutsche Reich kein einheitliches Gebilde war sondern ein Flickenteppich aus kleinen und größeren Fürstentümern, kirchlichen Herrschaften, freien Reichsstädten und großen Territorialherren, führte dies im Laufe der nächsten Jahrzehnte, vor allem auch nach Einführung der Gegenreformation zu einer Zerstörung der Gesellschaftsstrukturen durch Ausweisung und systematischen Vertreibung der jeweils Andersgläubigen.
Beispiele dazu:
Ausgewiesen aus Faimingen bei Lauingen/Donau wurde der Pfarrer Christian Gruß im Zuge der Gegenreformation des Herzogs von Pfalz-Neuburg nach Stubersheim (östlich von Amstetten auf der Stubersheimer Alb) und begründete dort eine evangelische Familiensippe „Gruß“.
Im Sauerland und den Briloner Höhen ist eine Häufung des Names „Grus/Gruss“ festzustellen, die lange vor der Reformation dort ansässig gewesen sein müssen. Interessant ist dort nach 1555 die Trennung in katholische und protestantische Orte. So lagen Brilon, Rösenbeck, Messinghausen, Madfeld, Beringhausen und Thülen auf kurkölner Territorium und waren daher katholisch. Dort findet man in den alten Schriften die Namen „Grus und Gruss“. Die Linien Altena, Schwelm und Haspe gehörten zur Grafschaft Mark und waren als preußisches Gebiet evangelisch. Dort ist die Schreibweise „Gruß“ vorherrschend.
In Österreich war in der Zeit des böhmischen Aufstand 1618 der Protestantenverfolger Kaiser Ferdinand II. An der Regierung. Ab 1621 mussten die evangelischen Pfarrer und rund 150.000 Protestanten Böhmen verlassen. Viele davon fanden eine neue Heimat in Sachsen (Dresden, Grünhain) und Brandenburg.
Nach dem 30-jährigen Krieg, durch den ganze Landstriche entvölkert waren, wurde Südwestdeutschland Einwanderungsland. Besonders schlimm war die Rheinpfalz betroffen, in der 1648 „nach sorgfältiger Schätzung“ nicht mehr als 15 % der ursprünglichen Bevölkerungszahl lebten.
Ab 1650 wurden Glaubensflüchtlinge aus dem Alpenraum und Frankreich ins Land geholt: Protestanten aus Österreich, z.B. nach Freudenstadt; Waldenser aus Italien, z.B. nach Perouse; Hugenotten aus Frankreich nach Mannheim und nach Brandenburg; Juden, z.B. nach Mannheim. Ein Teil der „Neuankommenden“ stammte aus der Schweiz sowie aus Tirol und Vorarlberg (1680 – 1689).
Auch in den Bergbauregionen von Hessen-Darmstadt wurden nach dem Dreißigjährigen Krieg Neusiedler angeworben. Sie sollten dort für wirtschaftlichen Wiederaufstieg sorgen. Viele kamen vor allem aus dem Vogtland, mancheiner war zuvor aus Böhmen dorthin geflohen.
Kriege und Kriegsfolgen sorgten im 18. und 19. Jahrhundert für weitere Migrationsbewegungen in Europa
Marlen in der Nähe von Kehl am Rhein, bildete zusammen mit Goldscheuer und Kittersburg bildeten seit Jahrhunderten eine politisch gemeinsame, jedoch siedlungsgeografisch voneinander Dreiergemeinde im Amt Brumath/Elsass. Im 16. Jahrhundert gelangte das Amt im Rahmen von diversen Gebietsteilungen an Zweibrücken-Bitsch. Marlen wurde 1551 vorderösterreichisch. Nachdem in den Reunionskriegen unter Ludwigs XIV. die Landstriche am Rhein durch Besetzungen und Kampf- handlungen für die Bevölkerung unsicher geworden waren, sind viele Familien Marlen und Goldscheuer in sichere Regionen geflüchtet. Möglicherweise gibt es aus früheren Zeiten familiäre Bindungen ins Elsass.
• Michel Gruß (geb um 1660) aus Marlen siedelte nach Strasbourg um.
• Mathäus Gruss (geb. um 1690) aus Goldscheuer und sein Sohn Johann (Jean) Gruss begründete einen Familienzweig in Ebersheim/Elsass.
Protestantische Sachsen siedelten im 18. Jh nach Westpreußen und Posen um, protestantische Auswanderer aus dem Raum Gifhorn folgen nach Ende des Siebenjährigen-Krieges den Aufrufen zur Besiedlung in die preußische Altmark und weiter in den Raum Magdeburg, protestantische Bürger Böhmens emigrierten weiter nach Sachsen und vor allem in das preußische Schlesien (Hussinetz).
Eine bedeutende Auswanderungswelle fand unter der Bezeichnung „Schwabenzüge“ zur Zeit von Kaiserin Marie Theresia und Josef II von 1700 bis 1790 statt. Die Ansiedlung erfolgte hauptsächlich im Banat, in Ungarn und in Teilen Kroatiens. Die Auswanderer kamen aus ganz Süddeutschland, vor allem aus den Gebieten Vorderösterreichs im Schwarzwald, Oberschwaben und dem Bodenseeraum. Auch aus dem im 30jährigen Krieg verwüsteten und verarmten Elsass schlossen sich Tausende Siedler den „Schwabenzügen“ an.
Neben dem bereits genannten Obergeorgenthal sind ab dem 15. Jahrhundert eine größere Anzahl von Gruss- Familien auch in Schab/Saaz in Böhmen und im näheren Umkreis sesshaft geworden. Von Schaab ist auch eine Rückwanderung zu nennen. Bei dieser handelt es sich wohl um einen Elsässer, der den Entbehrungen in der neuen Heimat nicht gewachsen war oder dessen Erwartungen nicht erfüllt wurden und in seine alte Heimat zurückkehrte:
•Antoine (Anton) Gruß (geb. um 1760) siedelte nach Hagenau/Elsass um. Sein Sohn Bernard heiratete dort. Ein Teil der Sippe hat nach einigen Jahrzehnten danach den Raum Hagenau – La Walck
verlassen und sich in Maubeuge im Département Nord in der Region Hauts-de-France.am Fluss Sambre niedergelassen.
Die Entwicklung des Ruhrgebietes im 19. Jahrhundert führt zu weiteren Binnenwanderungen
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wanderten zahlreiche Bergarbeiterfamilien und auch sehr viele ledige Bergknappen aus den mitteldeutschen und den habsburgischen Montanzentren in die westlichen Reviere in Westfalen und im heutigen Saargebiet.
Mit dem Erschöpftsein einer Lagerstätte wurde in den meisten Fällen sehr schnell ein Wechsel des Arbeitsplatzes gesucht. Soweit möglich verblieben die Bergleute aus dem Bereich des Buntmetallbergbaus auch in neuer Umgebung bei ihrem erlernten Metier. Bemerkenswert ist, dass die Arbeiter in solche Reviere einwandern, in denen sie auch ihren angestammten Glauben vorfanden. Bei häufigen Zwischenstationen und den vielen Ortswechseln ist in der Tendenz ein eindeutiger Ost-West- Trend dieser Wanderungen zu beobachten.
Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts übernahm Preußen auch Herrschaft über einige Territorien des Ruhrgebiets, wie die geistlichen Territorien von Werden und Essen. Die Schwerindustrie und der Bergbau wurden gefördert. Viele Familien zogen als gesuchte Arbeitskräfte ins Ruhrgebiet, sowohl aus dem unmittelbaren ländlichen Umfeld als auch aus ferner gelegenen Regionen, um in der Industrie zu arbeiten. Ein größerer Anteil an Zuwanderer im 19. Jahrhundert, Bergarbeiter und Landarbeiter, stammten aus den Ostprovinzen Preußens.
