Historische Belege

Auf dieser Seite werden wir einige historische Belege wiedergeben, in denen der Name Gruß, Grus, Gruss, Grusse, Gruhs oder Grusz auftaucht

 

 

Dieses Wappen stammt aus dem 16. Jahrhundert

 

Das Wappen ganz oben mit dem Kranich wurde von Matthäus Gruß in den 1920er Jahren bei einem Heraldiger in Auftrag gegeben.

 

Das nachfolgende Wappen stammt aus dem Jahr 1488

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Erste Hinweise auf den Namen finden sich 1066

Ein Eintrag nennt den Namen eines Gefolgsmanns Williams :
„Giselbert Grus, canon and archdeacon of Lisieux, brought William’s charges
against Harold before the papal court, for which service he was rewarded with the bishopric of Evreux.“
Eine der vielen Erläuterungen dazu: (Anglo-French-Latin) a nickname or sign-name from the Crane [Frenchgrue, Latin grus, gruis, a crane]

 

Giselbert Grus

Gilbert II fils Osbern – Gislebertus – Gilbert Grus

und nennt „Gilbert Grus“ als lateinische Namensform. Sie bestätigt außerdem seine Laufbahn: Archidiakon von Lisieux 1066, ab 1071 Bischof von Évreux, gestorben am 27. August 1112. 

Noch wichtiger ist die Erklärung des mittelalterlichen Chronisten Ordericus Vitalis. Dort steht wörtlich:

Gislebertus Ebroicensis episcopus, qui pro sua proceritate cognominabatur Grus

Das bedeutet sinngemäß:

„Giselbert, Bischof von Évreux, der wegen seiner Körpergröße Grus genannt wurde.“

Ordericus Vitalis erklärt ihn mit der außergewöhnlichen Körpergröße und dem lateinischen grus = Kranich. Die moderne Forschung bestätigt diesen Zusammenhang ausdrücklich. Demnach ist Grus in diesem Fall kein Nachname, sondern eine Bezeichnung.

 

Ausschnitt aus der Zeugenliste der Urkunde Wilhelms des Eroberers für die Trinité de Caen, 18. Juli 1083.

Testes: Gislebertus episcopus Ebroicensis …

Gislebertus episcopus Ebroicensis – Giselbert, Bischof von Évreux.

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Die Universität Caen hat eine regelrechte Liste Giselberts Urkundenzeugnisse. Er erscheint beispielsweise:

  • 1074 als Unterzeichner einer Urkunde Wilhelms des Eroberers zugunsten der Kathedrale von Bayeux,
  • 1074 bei einer Bestätigung von Besitzungen für Saint-Wandrille,
  • 1076 bei einer Schenkung an Saint-Désir bei Lisieux,
  • 1080 bei einem Rechtsstreit in Caen,
  • 1080 bei einer Schenkung an Fécamp,
  • 1080/82 bei der Gründung von Saint-Martin de Troarn,
  • 1080 bei einem Verfahren wegen der Insel Oissel,
  • 1080/83 bei Urkunden für die Trinité de Caen,
  • 1083 bei einer Urkunde in Fécamp,
  • 1084 in Rouen,
  • und noch 1099 bei Saint-Évroult. 

Volzo Gruss

In Speyer lebte angeblich 1298 ein Volzo (heute Volpert, Volkert) Gruss als Zunftmeister, wahrscheinlich als Weißgerber, der am Dom arbeitete.

Dieser Vermerk stammt aus der Zunftordnung von 1298 und ist in der Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins (ZGO) (15/1863) 277-294 abgedruckt.

Weitere beurkundete Funde zum Namen Grus

1. Johannes Grus – Pommern/Mecklenburg, 1266

In einer Urkunde von 1266 für das Kloster Reinfeld erscheint unter den Zeugen:

„Testes sunt Johannes et Fredericus fratres dicti Vos, Johannes Grus et alij quam plures.“

Die Urkunde betrifft Besitz in Zwiedorf (Twethorpe) im pommerschen/mecklenburgischen Raum. Das Original befand sich laut Edition im damaligen königlich-dänischen Archiv; die Urkunde ist auch im Landesarchiv Schleswig-Holstein unter Urk.-Abt. 121, Nr. 60 verzeichnet.

1280, also 14 Jahre später, erscheint in einer weiteren Urkunde wiederum ein Johannes, diesmal als

„Johannes Kron (Crane)“, also ausdrücklich mit dem Beinamen „Crane“ = Kranich. 

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2. Hermannus Grus – Salzwedel, 1285

Ein zweiter, völlig unabhängiger Beleg stammt aus Salzwedel.

In einer Urkunde vom 23. Februar 1285 werden die Ratsmitglieder aufgezählt. Darunter:

„hermannus grus“, also Hermannus Grus.

Die Edition weist ausdrücklich darauf hin, dass die Urkunde nach dem Original im Salzwedeler Archiv gedruckt wurde. 

3. Cunradus/Cunradius/Conradus Gruz bzw. Grus – Südwestsachsen, 1328–1332.

Ein namenkundliches Werk der Universität Leipzig (Personennamen Südwestsachsens) führt gleich mehrere Urkundenbelege auf:

  • 1328: Cunradus dictus Gruz
  • 1329: Cunradus Grüz
  • 1332: Cunradius Gruz
  • 1332: Conradus Grus

Die ältesten beiden Belege stammen jeweils aus Kopien des 14. Jahrhunderts. 

Und hier haben wir eine bemerkenswerte Entwicklung:

Gruz → Grüz → Gruz → Grus

Jahr

Person

Raum

Form

Bedeutung

1060er/11. Jh.

Giselbert

Normandie

Grus

Beiname „Kranich“

1266

Johannes

Pommern/Mecklenburg

Grus

neuer unabhängiger Beleg

1270

Johannes

Pommern/Mecklenburg

Grus / Kron

Kranich-Beiname

1280

Johannes

Pommern/Mecklenburg

Kron (Crane)

„Kranich“ ausdrücklich übersetzt

1285

Hermannus

Salzwedel

Grus

unabhängiger deutscher Beleg

1328

Cunradus

Südwestsachsen

dictus Gruz

Beiname

1329

Cunradus

Südwestsachsen

Grüz

Schreibvariante

1332

Conradus

Südwestsachsen

   

 

In den Mitteilungen des Vereins für Erfurter Geschichte und Alterthumskunde, Band II S.181 wird ein

Nikolaus Gruse in Groß-Sömmerda, 1368! genannt

In einer historischen Veröffentlichung über die Verfassung der Erfurter Dörfer wird eine Urkunde vom St.-Ägidius-Tag 1368 zitiert. Darin beginnt die Urkunde mit:

„Nicolaus Gruse heimborge, die viere vom dorf und alle die gemeyne des dorffes Groszen-Somirde …“

Jedoch bezieht sich der Verweis auf die Seite 181 auf eine ältere Quelle, die bisher noch nicht verifiziert werden konnte.

Die Frage ist auch, ob sich aus „Gruse“ in Sömmerda der Name Gruss entwickelte?

 

Simon Gruss

 

In den Schöffenbüchern Kölns findet sich ein Henrich van Gruss aus dem Jahr 1364.

 

1387 wird in Frankfurt am Main ein Heyle Gruß genannt. Dieser Eintrag steht bei Hans Bahlow unter Gruß. Die zugrunde liegende Frankfurter Originalquelle ist noch zu überprüfen.

1448 wird im Bernese Burgerbuch ein Hans Gruss gelistet.

Jan Grus (1472): Einer der bekanntesten frühen Belege betrifft einen Kaufmann namens Jan Grus aus Krakau. Er wird in einem Handelsdokument aus dem Jahr 1472 im Zusammenhang mit städtischen Geschäften oder Korrespondenzen zwischen Krakau und anderen Handelsstädten namentlich erwähnt.

 

Trier: Clais Gruss; 1497.

Johann Gruss (1527–1612) war ein deutscher protestantischer Theologe und Reformator aus Sachsen. Er spielte eine bedeutende Rolle in der Reformationsbewegung und war ein enger Weggefährte Martin Luthers. Eine weitere historisch bedeutsame Persönlichkeit war Johann Gruss (1670–1746), ein deutscher Kartograf und Kupferstecher aus Nürnberg, der für seine kunstvollen und detailreichen Karten verschiedener europäischer Regionen bekannt war.

 

 

17. und 18.  Jahrhundert – Calvados

Jacques Grusse / François Grusse; eine Familie mit diesem Namen in Tournebu, also in unmittelbarer Nähe von Caen. Jacques war der Vater von Francois Grusse, Notar in Tournebu. Er starb am 26. Januar 1702 dort selbst.
Ebenfalls in Tournebu ist ein Tenneguy Gruss (1716-1745) gelistet.
Im selben staatlichen Archivbestand findet sich:
Gruce (Saint-Martin-de-Sallen), 1635 neben Grusse d’Aigneaux (Tournebu), 1775.

Eine weitere Linie ist die der Familie Grusse de la Rivière in Caumont-sur-Orne, Calvados, die sich auf Jacques Grusse zurückführen lässt.

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Arlette GRUSS und Alexis GRUSS


Die Vorfahren des französischen Nationalzirkus Arlette und Alexis GRUSS

Ein Gruss, Vorname und Lebenszeit nicht bekannt, allerdings ein Vorfahre der Zirkuslinie GRUSS (Georges Gruss; *1688), war im 15. Jahrhundert oder früher Steinmetzmeister an der Kathedrale von Straßburg.

Als früheste Vorfahren der Zirkussippe Steinbourg/Saverne sind Hans/Jean Gruss (*1663 +1719) & ? Catharina, geb. Straub (*?, +?) bekannt. Ein späteres Sippenmitglied, Georges (*1808, +1861) & 1834 Maria-Antoinette, geb. Antoni (*?, +1849) gebürtig in Wilwisheim > Guebwiller war als Steinmetz genannt, wohl in Sainte-Marie-aux-Mines, wohin die Familie weiterzog.

Grussenheim

Interessant ist in diesem Zusammenhang die Namensentwicklung des Elsässischen
Dorfes Grussenheim bei Markolsheim, was die These zum Ursprungsgebiet der Grußens für das Gebiet Elsaß/Baden untermauern würde:
Grosinhaim um 737
Grucinhaim um 768
Grutsinhaim um 777
Grusenheim um 824
Grussenheim um 1114

Grussenheim hieß im Jahr 736 « Grosinhaim ». Das bedeutet :  Dorf von Grozo und Grozo bedeutet Gruss.
Von 1361 bis zur Revolution war Grussenheim und seine Vororte das Rittergut des Lehnsherren von Rathsamhausen.

Wappen von Grussenheim

 

 

Aloisia Gruß

 

Francis Gruss, Lucien Gruss, Roland Gruss

Patentanmeldungen in den USA

 

Grus Dänemark Volkszählung 1860 Pos 39._

 

Gruß CSR Trauung 1784

 

 

USA

Der historisch früheste Beleg: Einer der frühesten nachweisbaren Einwanderer war Johann Phillip Grüss (auch dokumentiert als Pilipus Gruss oder später Philip Cruse). 
Die Ankunft: Er wurde am in Wiesbaden, Hessen geboren.
er starb am im Alter von 81 Jahren in Salisbury, Rowan, North Carolina, United States.
Er landete am 22. Oktober 1754 mit dem Schiff Henrietta in Philadelphia, Pennsylvania. Bei seiner Ankunft schwor er den Treueeid und unterzeichnete diesen eigenhändig mit „Pilipus Gruss“. Er kämpfte später im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg.
Vater: Philip Adolph Grüss, um 1700 in Deutschland geboren.

In den offiziellen US-Volkszählungsregistern (U.S. Census) ist die älteste dokumentierte Nennung des Familiennamens Gruss im Jahr 1840 verzeichnet.
Der Fundort: Zu diesem Zeitpunkt gab es exakt eine Familie mit dem Nachnamen Gruss in den gesamten USA, und zwar im Bundesstaat Tennessee.